Kathrein Weinhold
Selbstmanagement im Kunstbetrieb
Handbuch für Kunstschaffende

April 2005, 320 S., kart., 25,80 €
Verlag: [transcript]
ISBN: 3-89942-144-2


Es bedarf neben dem künstlerischen Können zunehmend des Wissens um die Vermarktung der Kunst, um den oft mühevollen Balanceakt auf dem Kunstmarkt erfolgreich zu bestehen. Dieses an Kunstschaffende im gesamten deutschsprachigen Raum adressierte Handbuch führt praktisches Insiderwissen und fachwissenschaftlich fundierte Erkenntnisse des Kunstmanagements zusammen. Es eröffnet Möglichkeiten, durch gezielte Strategien effektiver zu arbeiten und erfolgreicher zu agieren. Die Galeristin und Dozentin Kathrein Weinhold liefert damit einen Karriereleitfaden für Kunstschaffende sowie eine detaillierte Anleitung zum erfolgreichen Selbstmanagement.
Das Handbuch führt in den aktuellen Kunstbetrieb mit seinen wichtigsten Mechanismen und Spielregeln ein und stellt die bestimmenden Akteure vor. Die Themen des Praxis-Teils sind u.a.: Selbstdarstellung und Selbst-PR, Kult-Marketing und Branding, Corporate-Identity-Management und Marketing-Management, Networking, Selbstorganisation und schließlich Konzeption und Umsetzung eines Business-Plans.

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Aus dem Inhalt

Vorwort (9)

Einleitung (11)

1. Beruf Künstler (15)

1.1 Eine Bestandsaufnahme (15)
1.2 Der Arbeitsmarkt der Künste (26)
Literatur und Service (29)

2. Das Geschäft mit der Kunst: Markttransparenz gewinnen (37)

2.1 Kunstbetrieb und Kunstmarkt: Eine Einführung (37)
2.2 Kunstmarktteilnehmer und ihr Marktverhalten (51)
2.2.1 Kunst und Gesellschaft: Eine soziologische Betrachtung des Marktes und der Marktteilnehmer von Bettina Rech (54)
2.2.2 Die sozialsten Institutionen der Welt: Die Galerien (63)
2.2.3 "The place to be": Die Kunstmessen (80)
2.2.4 Emotion, Show, Kalkül oder Lifestyle? Käuferwelten (87)
2.2.4.1Kunst als Emotion & Passion – Der Kunstliebende (91)
2.2.4.2 Kunst als Inszenierung und Provokation – Der Showmaker à la Saatchi (93)
2.2.4.3 Kunst als Rendite – Der kühl Kalkulierende (98)
2.2.4.4 Kunst als Lifestyle und Anlage in Prestige – Der junge Hippe (99)
2.2.4.5 "Corporate Art" und persönliche Leidenschaft – Kunst im Unternehmen (101)
2.2.5 Pingpongspiele: Die Auktionshäuser (105)
2.2.6 "Good business is the best art": Die Künstler (106)
2.3 Mechanismen: Der "alte" und der "neue" Kunstmarkt (108)
2.4 Monopoly: Kunstmarkt und Börse (120)
2.5 Marktpreise: Preisbildung und Bewertung (125)
2.6 Gesellschaftswandel. Marktwandel. Tendenzen (135)
Literatur und Service(142)

3. Selbstmanagement im Geschäft mit der Kunst. Den eigenen Kurs bestimmen (163)

3.1 Kult-Marketing und Selbstinszenierung (164)
3.2 Zeitgenössischer Meister der Selbstinszenierung: Kult-Künstler Jonathan Meese (172)
3.3 Die Marke "Picasso" (182)
3.4 Identitätskatalysator, Imagedesigner, Markenmacher: Der Corporate-Identity-Management-Prozess (189)
3.5 Der "klassische" Marketing-Management-Prozess (206)
3.5.1 Mission Statement (208)
3.5.2 Der Ist-Zustand (210)
3.5.3 Marketingziele (214)
3.5.4 Strategieplanung (217)
3.5.5 Marketingpolitiken (221)
3.5.5.1 "Zusatznutzen verkaufen" – Die Produktpolitik (221)
3.5.5.2 "Zur richtigen Zeit am richtigen Ort" – Die Distributionspolitik (223)
3.5.5.3 "Was nichts kostet, ist nichts wert" – Die Preispolitik (224)
3.5.5.4 "Sprachrohr des Marketing" – Die Kommunikationspolitik (227)
Literatur und Service (283)

4. Der Business-Plan fürs Künstler-Unternehmen. Mit einem Fahrplan in die Zukunft (289)

4.1 Business-Plan – was, wie, warum? (289)
4.2 Modell "Künstler-Business-Plan" (291)
Literatur und Service (297)

5. Selbstorganisations-Know-how (299)

Starten und Durchstarten (299)
Literatur und Service (314)

Zu den Autorinnen (317)

Seminare und Künstlerberatung mit Kathrein Weinhold (318)





Rezensionen

Anne Katharina Knieß, Buchhändler heute 10-2004

"Das Handbuch wendet sich an Kunstschaffende im gesamten deutschsprachigen Raum. Die Autorin, Kathrein Weinhold, zeigt als Galeristin und Künstlerberaterin konstruktiv Möglichkeiten auf, durch gezielte Strategien effektiver zu arbeiten und erfolgreicher zu agieren. Kernaussage: Es reicht schon lange nicht mehr, nur schöne Bilder zu malen. Ein Blick auf das Umfeld (Sammler, Messen, Galerien) zeigt die manchmal allzu menschlichen Erfolgsfaktoren auf. Systematisch bietet das Handbuch einen Selbstmanagementleitfaden für Kunstschaffende."

 

Veronika Schuster, Kulturmanagement Network Weimar, Kulturmanagement Newsletter Mai 2005

"Der zeitgenössische Kunstschaffende, der seine Kunst verkaufen möchte, sieht sich einem immens schnellen Wechsel verschiedenster Begebenheiten gegenübergestellt. Nicht mehr allein das Kunstwerk kann Mittelpunkt seines Interesses sein, sondern auch die Widrigkeiten eines schnelllebigen Kunstmarktes müssen von ihm genau beobachtet werden. Dennoch scheuen viele Künstler davor zurück, sich selbst als Gegenstand des Marktes und somit als Unternehmen zu begreifen und die damit einhergehenden betriebswirtschaftlichen Aspekte als Notwendigkeiten bzw. als Möglichkeiten zu erkennen.

Die Galeristin Kathrein Weinhold versucht in ihrem Buch "Selbstmanagement im Kunstbetrieb" verschiedene Perspektiven des Künstlers, seiner Situation und seiner Umwelt zu beschreiben. Durch einen sehr ausführlichen Leitfaden für Handlungsbedarf sollen bestehende Ängste und Hemmschwellen gemindert werden.
In fünf Teilen beleuchtet das Buch zum einen die Gegebenheiten des Kunstbetriebes, zum anderen praktische Möglichkeiten für Kunstschaffende, sich als Unternehmen zu verstehen und zu vermarkten.

Zu Beginn wird eine Charakterisierung der Künstlertypen, sein Arbeits- und Absatzmarkt vorgenommen. Ziel ist es, das sehr undurchsichtige Gebiet des Kunstbetriebs und des Kunstmarktes zu "entdämonisieren" und greifbarer zu machen. Durch kenntnisreiche Beschreibungen werden vielseitige Aspekte beleuchtet: Ziel ist, eine Transparenz des Marktes mit seinen Regeln, des Kunsthändlers und des Käufers, sowie dessen Verhalten zu erreichen. In Berücksichtigung der gegebenen Besonderheiten eines Kunstmarktes werden Bereiche wie z. B. Preis, Marktperformance und -charakteristik, betriebswirtschaftliche Faktoren, Psychologien analysiert. Deutlich wird, dass sich Kunstschaffende in einer veränderten Situation in Bezug auf den Markt und sich selber befinden. Der Künstler wird über sein Schaffen hinaus immer mehr zu einem Unternehmertyp, der sich mit betriebswirtschaftlichen Strukturen auseinander setzen muss.

Neben der Beschreibung der Marktverhältnisse gibt das Buch einen praxisnahen Leitfaden für ein sinnvolles Selbstmanagement: Wege zu einem Selbstverständnis, den Sinn einer Markenbildung, die dringende Notwendigkeit einer Corporate Identity und eines Corporate Designs sowie einer guten Kommunikationsstrategie etc. und schließlich die Abläufe eines Marketing-Management-Prozesses. Das Buch zeigt das Facettenreichtum des Selbstmanagements, gibt neue und wichtige Anregungen für Künstler.

Die Vorgehensweise des Buches ist sehr praxisnah, was mit Teil vier und fünf nochmals bestätigt wird: Es wird ein Businessplan für Künstler entworfen, um sie ihrer Visionen und Ziele bewusst zu machen und sich weitere Wege zu erschließen. Die Vorlagen sind schlüssig gestaltet und geben vielseitige Denkanstöße. Anschließend werden wichtige Gesichtspunkte des Alltags zum sinnvollen Selbstmanagement wie Steuern, Versicherungen, Finanzen, Förderungen und Vorgehensweisen aufgelistet. Es werden Checklisten entworfen, die gesetzliche, strukturelle Grundlagen berücksichtigen, die eine künstlerische Existenz erleichtern und absichern können.

Das Buch ist bei allen Ausführungen auf absolute Praxisnähe orientiert, weitgehend wird das künstlerische Schaffen in ein betriebswirtschaftliches Muster eingeordnet. Die Angabe sind leicht verständlich und die Kürze der Beschreibungen wird durch einen umfangreichen Serviceteil, wie Literaturangaben und Internetadressen kompensiert."

 

Klaus Heid, Inka Stadtmagazin Karlsruhe, Nr. 9/ 2005

"Künstler stehen nicht erst seit Hartz IV unter wirtschaftlichem Druck. Seit Jahren weisen Statistiken aus, dass nur deutlich unter zehn Prozent der bildenden Künstler von ihrer Kunst leben können. Trotzdem wirkt dieser Befund wenig abschreckend. Kunstakademien und Hochschulen füttern den Markt mit immer neuen Absolventen, die auf das Leben als selbstständige Unternehmer meist schlecht vorbereitet sind.

In diese Ausbildungs- und Wissenslücke stößt die Berliner Galeristin Kathrein Weinhold mit ihrem Selbstmanagement-Handbuch für Kunstschaffende. In fünf übersichtlich gestalteten und gut lesbaren Kapiteln beschreibt sie Wissenswertes über das Geschäft mit der Kunst und gibt Tipps für die strategische und kaufmännische Seite eines Künstler-Unternehmens: Corporate Identity, Business-Plan, steuerliche und soziale Fragen werden ebenso kompetent behandelt wie die notwendige Kommunikationspolitik mit Vermittlern, Presse und Publikum.

Eine Erfolgsgarantie ist mit dem Kauf des Ratgebers natürlich nicht verbunden. Aber trotz des stolzen Preises: Schaden kann es besonders dem Berufsanfänger nicht, über grundlegende Marktmechanismen und mögliche Strategien Bescheid zu wissen."